Zeitungsbericht: Neue Württembergische Zeitung 26.06.2006

ALB‑EXTREM / Fünf Bürgermeister auf Radtour

"Supererlebnis" trotz Hitze und Strapazen

Fünf Bürgermeister tauschten am Sonntag ihren Chefsessel Im Rathaus gegen einen Fahrradsattel. Sie starteten nicht etwa zu einem harmlosen Sonntagsausflug, sondern stellten bei der Alb-Extrem‑Radtour in brütender Hitze Fitness und Ausdauer unter Beweis.

VON INGE CZEMMEL

OTTENBACH @Der Gammelshausener Schultes Hans‑Peter Zaunseder, der Gruibinger Roland Schweikert, Bernd Rösner aus Kuchen und Thomas Schubert mit seiner Frau Anja aus Eschenbach nahmen als interkommunales Quintett die 190 Kilometerstrecke gemeinsam in Angriff. Der Aichelberger Amtskollege Martin Eisele fand die Truppe beim Start nicht. Er trat gemeinsam mit drei Freunden in die Pedale. Dass die Marathontour ein ganz besonderes Erlebnis war, darüber sind sich alle einig. Auch über die Organisation und über die unzähligen freiwilligen Helfer sind alle voll des Lobes: „Alles hat reibungslos funktioniert und die Verpflegung war prima“. „Die Hitze war schon sehr anstrengend", weiß nicht nur Zaunseder, der schon zum dritten Mal dabei war, zu berichten. "Wir hatten richtige Salzkrusten und weiße Ränder an den Hosen." Da kam Dankbarkeit auf für die paar Gartensprenzer an der Stecke.

Das Fahren in der Gemeinschaft half bei Durchhängern. Dem Eschenbacher Schultes, der zum zweiten Mal an den Start ging, wurde schon auf der Strecke klar: „Das war nicht das letzte Mal.“ Schubert will irgendwann noch 20 Kilometer mehr packen. „Meine Frau hat sich am Berg als äußerst kletterfähig erwiesen" erzählt er bewundernd und schwärmt von der schönen Landschaft und der Wohltat des anschließenden Bieres und der Dusche. „Wir haben ja Trainingsmöglichkeiten genug direkt vor der Haustür", stellt er fest, „und Anreise und Übernachtung bleiben uns auch erspart."

„Das war ein Supererlebnis" schwärmt Debütant Roland Schweikert aus Gruibingen. Wenn man die Dimension sehe, dass 3500 Gleichgesinnte die Strapaze auf sich nähmen, das sei beeindruckend. „Sitzprobleme wird heute wohl jeder haben", lacht er. Die meiste Überwindung hätten die beiden letzten Steigungen gekostet. „ Da musste man nochmal beißen."

Martin Eisele ging es ähnlich. Beim vorletzten Anstieg von Geislingen nach Stötten begann trotz schöner Landschaft der innere Kampf. Der Applaus des Publikums und ein Transparent mit der Aufschrift „Jetzt umdrehen wär doch zu blöd" gab ihm nochmal Kraft zum Durchhalten. „Es hat trotz der Hitze Spaß gemacht und das Ankommen im Ziel ist einfach ein tolles Gefühl", resümiert der Aichelberger Schultes trotz des Muskelkaters in den Oberschenkeln.

Neue Württembergische Zeitung Göppingen

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